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 | links: Wohnhaus | mitte: Montierungssaal und Saalboden | rechts: Spieltischwerkstatt |
| In der Stadt Stadt Zörbig, Leipziger Straße, stand einst die Orgelbauwerkstatt von Rühlmann. Mit Aufstreben der
Wirtschaft und der enorm steigenden Produktionszahlen an Orgeln wurde sie zu klein. Der Neubau entstand in der Radegaster Straße. Im Firmenkatalog von 1914 (welcher in der Gestaltung auch hier auf der Website vorliegt) schreibt W. Rühlmann folgende Zeilen: “Im Jahre 1883 durfte ich es wagen, die zu eng gewordene Werkstatt inmitten der Stadt zu verlassen und einem stattlichen Neubau vor den Toren auszuführen, der in den Jahren 1892
und 1914 wiederum erweitert werden musste...” Mit Aufstreben der Industrialisierung ab 1880 stiegen von Jahr zu Jahr die erbauten Orgeln. Die Höhe des geschäftlichen Treibens lag in den Jahren ab 1890 bis 1914. Dazu führte sicherlich auch die Gewerbe- und Industrieausstellung am 09. Juli 1881 zu Halle a. d. Saale. Da Orgeln nicht mehr nur in Kirchen stehen, nunmehr auch in “weltlichen” Gebäuden. Die dort ausgestellte Rühlmann-Orgel erhielt vom Preisgericht die goldene Medaille. Wie im Vorfeld geregelt, kam die nun gekrönte Orgel in die St. Agnus Kirche nach Köthen; Preis: 13.000 Mark, Opus 36. Bis auf kleine Veränderungen ist sie original erhalten. Weitere Krönungen: 1883 Hoflieferant durch Herzog von Anhalt ernannt; 1889 Anhaltischen
Hausorden “Albrecht der Bär” in Gold verliehen; 1898 preußischen Kronenorden verliehenDabei nahm auch die Größe der Orgeln zu, wobei die meisten Orgeln aus zwei Manualen mit über 12 Registern bestehen. Opus 100 entstand im Jahre 1889; Opus 200 1898; Opus 300 1908; Opus 400 um 1920. Das Gebäude wurde 1928 noch einmal aufgestockt. Der komplette Bau ist im Stil der Neorenaissance errichtet. Leider ist uns über den Stamm der Belegschaft kaum etwas übermittelt. Ein Hinweis bezieht sich
auf das Jahr 1932. Hier wird mitgeteilt, dass ein Großteil der Belegschaft nicht mehr gehalten werden kann. Ein Stamm von etwa zehn älteren Männern blieb. Selbst Herbert Bohnstedt, Toningenieur und Orgelakustiker, mußte gehen. Er ging nach Hamburg. Nur zwei Jahre zuvor präsentierte er Rühlmann seine Erkenntnis, über die Reformierung des Klangs. Heute lässt sich noch erahnen, welche Schönheit und Pracht das Gebäude hatte. Das zur Kaiserzeit
erbaute standfeste Gebäude überlebte die zwei Weltkriege. In der Stadt Zörbig wurde während des zweiten Weltkrieges nur eine Granate abgeworfen. Sie beendete des Leben von Gustav Busch (Intonateur) und seinem Sohn. Auch Fritz Tscharnowski (Zinnpfeifen, Montage) war gefallen. Mit dem Bestehen der Anstalt gab es auch sog. Vorratskammern/ Lagerräume für Holz, Material,
Werkzeuge aller Art usw. Das Holz, welches bis zu 50 Jahren abgelagert war, erweist sich als gutes Material für den Orgelbau. Doch leider mußte zum Ende hin alles verkauft werden. 1945 wurde das Meiste an den Vorräten enteignet. Danach fand hier kaum noch Leben statt. Zu DDR-Zeiten wurden in einigen Räumen Fässer für die Sauerkraut- und Gurkenproduktion fabriziert (hinterer Teil des Montierungssales). Der Rest verfiel zusehends Um die Jahre 1991 /92 gab es ermunternde Stimmung - man wollte das Gebäude unter
Denkmalschutz stellen und dem Tourismus eröffnen. = Mitteldeutsches Orgelbauzentrum. Leider ist bis zum heutigen Jahr nicht viel davon zu spüren. Im Jahr 2004 fiel vom Montierungssaal das Dach ein und der Zahn der Zeit nagt weiter an der historischen Bausubstanz.
| | Albrecht Rühlmann mit dem Register Salicional | Blick in den Montierungssaal der Orgelbauanstalt |
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